Elektronik unterwegs | Welche Geräte mit auf Reisen nehmen

Elektronik unterwegs | Welche Geräte mit auf Reisen nehmen

Man muss heute kein Geek mehr sein, um ständig von Technik umgeben zu sein.

Hand aufs Herz: Wer geht denn heute noch joggen ohne dass das Smartphone die Route aufzeichnet, den Kalorienverbrauch berechnet und einen mit der neuesten Musik aus dem Livestream versorgt während einen die Kumpels zu Hause virtuell anfeuern?

Dank Navi fährt man nirgendwo mehr orientierungslos, die Kamera lädt die Bilder automatisch in die Cloud und das Halsband der Katze hat einen integrierten GPS Tracker damit man sieht wo Karlo Nachts streunert. Kein Ding, Alltag!

Die Frage ist aber, wie viel Technik braucht man auf Reisen oder anders gefragt: Auf wie viel Technik kann oder muss ich unterwegs verzichten?

Eine allgemeine Antwort auf diese Frage gibt es zwar nicht weil jeder unterschiedliche Ansprüche und Voraussetzungen hat aber ich mache mir einmal den Spaß und untereile uns in 4 Typen von Reisenden.

 

#1 – Der Hardliner

Er reist mit allen Sinnen und will das Land fühlen, riechen und schmecken. Er möchte sich voll und ganz (und zwar ausschließlich) auf das Land einlassen, dieses pur erleben und braucht während dieser Zeit keinen Kontakt zur Heimat. Avisierte Locations sind entweder schon von zu Hause aus vorbereitet oder werden anhand von Tipps und Empfehlungen anderer Reisender und Locals vor Ort gewählt.

Lebenszeichen an die daheimgebliebenen werden in Form von Postkarten übermittelt, Kartenmaterial ist faltbar und wenn es gar nicht anders geht wird ein Billighandy mit kleinem Guthaben für Notrufe gekauft.

Sollte das Internet aus irgendwelche Recherchegründen doch einmal unerlässlich sein, setzt er sich in ein Internetcafe.

Geräte: keine (maximal günstiges Handy)

Pro: Absolut unbeschwertes Reisen, keine Verlustängste, geringes Gewicht und mehr Platz im Rucksack.

Contra: auf Internetcafes angewiesen, wenige Möglichkeiten zu Dokumentation der Reise, flexible Recherche und Fern-Kommunikation erschwert

 

#2 – Der Normalo

Er möchte auch unterwegs auf dem Laufenden bleiben und nicht auf sein gewohntes virtuelles Umfeld verzichten. Während der Reise werden die Erlebnisse und Erinnerungen mit der Kompaktkamera festgehalten. Auf seinem Smartphone checkt er seine Mails und versorgt die Bekannten und Freunde zu Hause mit aktuellen Statusmeldungen und Selfies.

Mittels GPS Funktion und Smartphone App findet er nicht nur den naheliegenden Geldautomat, sondern sich auch sofort bestens in der neuen Stadt zurecht. Auf Touristikwebseiten und in Portalen informiert er sich über lokale Attraktionen und Sehenswürdigkeiten.

Geräte: (Kompakt) Kamera, Smartphone

Pro: geringes Gewicht, Möglichkeit spontan Bilder zu machen, dank WIFI oder SIM Karte nahezu überall online

Contra: keine Fotos unter erschwerten Bedingungen möglich, eingeschränkte Online Erfahrungen gegenüber Tablet/Notebook

 

#3 – Der Profi

Seine Reise ist ein Projekt. Bilder werden hochauflösend und aufwendig mit einer DSLR produziert. Am Laptop bearbeitet er die Aufnahmen und informiert, über seinen Bekanntenkreis hinaus, andere Interessierte mittels eines persönlichen Blog. Zusätzlich werden diverse Soziale Kanäle mit aktuellen Infos bestückt.

GPS Koordinaten werden online recherchiert und auf entsprechende Navigationsgeräte überspielt um seinen Weg auch in schwierigem Terrain zu finden.

Das Smartphone fungiert als Schweizer Taschenmesser und übernimmt von Sonnenstandberechnung bis zum Instagram Update eine Vielzahl an Aufgaben.

Geräte: DSLR, Notebook, Smartphone, GPS

Pro: Möglichkeit zur aufwendigen Bearbeitung von Medien, keine Kompromisse bei digitalen Aktivitäten, Platz für Musik und Filme

Contra: viel Gewicht und zusätzliche Belastung durch Diebstahlgefahr,

 

#4 – Der Geek

Auf Elektronik zu verzichten gehört für ihn nicht zu einer erholsamen Reise. Richtig wohl fühlt er sich erst, wenn er alle Möglichkeiten der schönen neuen Welt ausschöpfen kann.

Seine Bilder sichert er redundant auf diversen Datenträgern bevor er sie in die Cloud lädt. Internet ist dank Surfstick und Datentarif ohnehin nahezu überall und jederzeit verfügbar.

Nur um sicher zu gehen wird trotzdem weltweites Kartenmaterial heruntergeladen und gleichermaßen auf Tablet und Smartphone offline zugänglich gemacht. Verirren ist aber nahezu ausgeschlossen denn sowohl Handheld GPS als auch Navigationssystem sind mit eigenen Koordinaten bespielbar und sorgen dafür in allen Momenten die Orientierung zu behalten.

Seine Geräte synchronisieren sich untereinander, so dass es beinahe keine Rolle spielt ob er gerade am Laptop, Tablet oder Smartphone arbeitet. Geht ein Akku zu neige wird das Gerät gewechselt ohne den Workflow merklich unterbrechen zu müssen.

Für entspannte Momente ist der eBook Reader mit einer umfangreichen Bibliothek bestückt.

Die Reise dokumentiert er ausgiebig und für jedes Szenario hat er das passende Equipment parat. Eine Unterwasserkamera gehört genau so zur Ausstattung wie eine Notfallkamera, falls die DSLR Kamera (mit Stativ und Zubehör) gerade mit einer Zeitrafferaufnahme belegt ist.

Geräte: alles was geht

Pro: für jeden Fall das optimale Gerät

Contra: Platzmangel, Diebstahlgefahr, hohe Investition

 

Eins ist sicher. Am entspanntesten Reisen wird unser Purist, die Nummer 1. Je weniger man hat, umso weniger kann man verlieren. Elektronikgeräte sind nun mal Wertgegenstände und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Nur sehr wenige von uns werden ihren prall gefüllten Rucksack ruhigen Gewissens unbeaufsichtigt am Strand liegen lassen können, während sie sich im Wasser vergnügen.

Da wir mit dem Auto unterwegs sind, betrifft uns das natürlich weniger, doch Kalle ist nicht Fort Knox. Je weniger man zu verlieren hat, umso entspannter wird man sein.

Doch genug von den Stereotypen! Nehmen wir die einzelnen Geräte einmal näher unter die Lupe und schauen für welche Anwendungsbereiche, welches Gerät sinnvoll ist.

 

GPS System

Für einen Panamericana Trip braucht man ein Navigationssystem im Auto. Basta! Ich lass mir da nichts anderes erzählen. Ein Schilderwald wie wir es in Europa gewohnt sind, ist spätestens südlich von Mexiko pase. Zumindest, wenn man auch mal die Hauptstraße verlässt muss man höllisch aufpassen wo der Weg hin führt. Ortschilder oder Navigationshilfen sucht man häufig vergebens.

Teilweise geht es durch Gegenden und Gebiete, da denkt man sogar das GPS hat nen Schlag weg. Man hat Stundenlang (ich bin kurz davor Tagelang zu schreiben) kein Straßenschild gesehen, bis man irgendwann 200 Meter vor dem Ziel, ein halbverrottetes Holzschild sieht das einem bestätigt, dass man tatsächlich korrekt gefahren ist.

Doch nicht nur für die Navigation im Auto ist ein GPS nützlich. Wer gerne mal wandern/trekken geht, dem sei ein Handheld GPS System ans Herz gelegt.

Ich erinnere nur mal an den Zion Nationalpark, als uns ein Ranger mit einem Pärchen im Schlepptau entgegen kam. Die beiden hatten sich auf dem Rückweg von der Subway verlaufen und die Nacht unverhofft im Freien verbracht. Und das in einem noch relativ überschaubaren Gebiet.

Wir nutzen für längere Trekkingtouren immer unser GPS und waren tatsächlich auch schon das ein oder andere Mal dankbar darüber. Zusätzlich kann man damit seine zurückgelegte Route verfolgen und bestimmte “Hot Spots” metergenau lokalisieren.

Beide GPS Systeme sind von GARMIN und haben einen enormen Vorteil. Sie sind mit eigenen Wegpunkten, Routen und Kartenmaterial bespielbar.

 

Fotokamera

Für mich persönlich mindestens genau so unverzichtbar – eine Kamera! Hier hat jeder andere Ansprüche aber ich denke wer auf einen längeren Trip geht, der will das doch auf jeden Fall irgendwie dokumentieren.

Ich treffe hin und wieder Menschen die eine Spiegelreflexkamera (DSLR) haben, weil sie sich einreden ließen, dass diese bessere Bilder macht (Genau so fing es bei mir auch mit der Fotografie an: LINK). Wer bereits ein wenig Ahnung von der Fotografie hat, schüttelt jetzt natürlich den Kopf aber für alle anderen sei gesagt: Nicht überall ist größer besser.

Kompakt- und Systemkameras sind heutzutage für die normale Urlaubsfotografie absolut ausreichend. Und wenn ich ausreichend schreibe, meine ich nicht ihr könnt zu Hause noch grob erkennen was ihr da belichtet habt, sondern ihr könnt die Bilder auch problemlos in einem Fotobuch verwenden, damit Postkarten drucken, als Desktophintergrund verwenden und natürlich online teilen. In guter Qualität.

Eine DSLR macht nur dann Sinn, wenn man sich zum einen mit der Fotografie auseinandersetzen will, in außergewöhnlichen/schwierigen Situationen Bilder machen oder sich in gewissem Maß künstlerisch verwirklichen möchte.

Einige dieser Dinge sind, mit Einschränkungen, auch mit Systemkameras und auch mit einigen Smartphones (siehe Smartphone) möglich, erfordern aber auch dort ein gewisses Know-How.

Wir benutzen eine Canon EOS 60D mit Tamron Objektiven, eine Sony Cybershot und das Lumia 1020.

 

Videokamera

Jedes aktuelle Gerät dass Fotos erstellen kann, kann auch Videos aufnehmen. Hat man also bereits ein Smartphone oder eine (Foto)Kamera dabei und möchte gelegentlich mal etwas Bewegtbild aufnehmen, ist man in aller Regel bereits bestens ausgestattet. Für bestimmte Situationen kann es sich aber doch anbieten, über den Kauf eines zusätzlichen Geräts nachzudenken.

Die sogenannten Actioncams haben einen nicht zu unterschätzenden Vorteil – sie sind wasserdicht (und staubdicht)! Wer also gerne seinen Tauchgang oder sonstige Wasservergnügungen aufnehmen möchte, muss entweder in ein teures Gehäuse für seine vorhandene Kamera investieren oder in eine Actioncam.

Als Alternative gibt es zwar auch Wasserdichte Plastikbeutel in die man sein Smartphone oder seine Kompaktkamera legen kann aber ich würde diesen Teilen mein Gerät nicht anvertrauen wollen. Die Wasserdichten Gehäuse für DSLRs hingegen sind äußerst funktionell, kosten allerdings gutes Geld.

Die Actioncams können natürlich auch fotografieren.  Somit hat man in allen Situationen die Möglichkeit Aufnahmen zu machen, ohne einen defekt seiner Ausrüstung zu riskieren.

Ein weiterer Vorteil ist, dass es für diese Kameras ein riesiges Ecosystem an Ausrüstung und Zubehör gibt. Dazu gehören Befestigungsmöglichkeiten und Addons die einem enorme kreative Möglichkeiten ergeben.

Wir nutzen die GoPro Hero 3 Black Edition.

 

eBook Reader

In der Hängematte abflacken und einfach mal die Seele baumeln lassen ist etwas wunderbares. Je nach Gusto ein kaltes Bier oder ein Kaffee dazu und ein Buch lesen. Wunderbar, richtig?

Deutsche Bücher im Ausland zu bekommen ist nicht unmöglich aber sehr eingeschränkt und zwar nicht nur in der Quantität sondern auch der Qualität. Für Englische Büche sieht es in Zentral- und Südamerika zwar besser aus aber aber noch immer weit entfernt vom Optimalzustand. Zudem sind Bücher sperrig, schwer und einfach unhandlich auf Reisen. Wer unterwegs lesen will, der kommt an einem eBook Reader eigentlich kaum noch vorbei.

Ein Smartphone oder Tablet kann einen eBook Reader übrigens nicht ersetzen. Die Display Größe wäre nicht einmal das Problem aber die Art des Displays. Ein eBook Reader hat einen matten, nicht spiegelnden Bildschirm und arbeitet mit einem anderen Verfahren das die Inhalte augenschonender und besser leserlich darstellt (eInk). Dafür stinkt ein eBook Reader beim lesen von Magazinen mit vielen Spalten und/oder Bildern ab.

Die Akkulaufzeit eines eBook Readers ist sensationell. Anders kann man das nicht sagen. Selbst bei regelmäßigem lesen kommt man locker auf 3-4 Wochen Laufzeit.

Wir benutzen Amazons Kindle.

 

Smartphone

Haben wir ja eigentlich sowieso alle, warum also nicht mit auf Reisen nehmen? Mir persönlich fällt kein Grund ein auf das Smartphone zu verzichten. Einzig der mögliche Verlust oder Defekt könnte gegen eine Mitnahme sprechen doch die Vorteile wiegen deutlich schwerer.

Das Smartphone kann alle alle bisher genannten Geräte in gewissem Maße ersetzen. Natürlich fast nie in dem Umfang wie ein Gerät das auf eine Anwendung spezialisiert ist aber es ist es eben die eierlegende Wollmilchsau.

Smartphones haben ein integriertes GPS somit kann man seine Position bestimmen und sich auch den Weg weisen lassen. Ist der interne Speicher groß genug brauche ich für detailliertes Kartenmaterial auch keine Onlineverbindung sondern kann diese Inhalte offline verfügbar machen.

Mehr oder minder aktuelle Modelle haben eine integrierte Kamera die einer Kompaktkamera in nichts nachsteht. Smartphones die den Fokus auf Fotografie legen (wie das Lumia 1020) toppen einige Kompaktkameras sogar um längen. Videos können in 1080p, also Full-HD aufgenommen werden und durch die verfügbaren Apps sogar direkt am Gerät bearbeitet und geteilt werden.

Wie bereits geschrieben ist das lesen von Büchern auf dem Smartphone keine wirkliche Alternative aber um einen Blick in den Reiseführer oder auf seine Notizen zu werfen ist es genial.

Aufgrund der kompakten Größe und der möglichen Verwendungszwecke ist es der ideale Reisebegleiter für jeden Traveler der alle Optionen abdecken möchte. WLAN/WIFI ist mittlerweile in fast allen Cafes, Restaurants, Bars und natürlich Hotels/Hostels verfügbar und sogar die Anzahl an öffentlichen Hotspots wächst beachtlich. Ein Smartphone zu zücken ist auch in den ärmeren Ländern völlig normal und erregt keine Aufmerksamkeit, während ein Tablet oder gar Laptop noch immer für einen Blick sorgen kann.

Anhand der nahezu unbegrenzten Möglichkeiten an teilweise auch kuriosen Apps, findet sich für jede erdenkliche Anforderung ein Helfer.

Wir nutzen das Nokia Lumia 1020 und das HTC ONE X

 

Tablet

Häufig sieht man das Tablet nur als großes Smartphone, denn schließlich hat es das gleiche Betriebssystem, den gleichen App Store und einfach das gleiche Look&Feel wie unsere kleinen Alleskönner. Zum Teil stimmt das auch denn gerade das ausgiebige surfen im Internet macht auf einem Smartphone noch immer deutlich weniger Freude als zB auf einem Tablet.

Aber ein Tablet bietet nicht nur Komfort sondern auch Mehrwert.

Konkrete Beispiele findet ihr in diesem Artikel über das Microsoft Surface das uns auf Reisen begleitet und dabei äußerst gut abschneidet.

 

Laptop

Es gibt aber auch Aufgaben die weder ein Smartphone noch ein Tablet bewältigen können. Sobald man erhöhte Anforderungen an Rechenleistung oder Kapazität stellt ist ein Laptop unvermeidbar.

Wer ambitioniert und semi-professionell fotografiert tut dies im RAW Format. Diese Bilddateien nehmen mehr Informationen auf als herkömmliche JPG Dateien und müssen digital entwickelt werden. Die Entwicklung und die erweiterte Bearbeitung dieser Dateien kann mobil gegenwärtig nur von einem Laptop bewerkstelligt werden.

Auch das bearbeiten und schneiden von Videos das über einfaches kürzen hinweggeht, ist ohne ein Laptop momentan nicht komfortabel lösbar.

Für alle die auch unterwegs produktiv arbeiten müssen/wollen ist noch immer ein Laptop unverzichtbar da nur dort wirklich produktives Multitasking möglich ist.

Ein weiterer enormer Vorteil ist, dass man sich auch mal Abends ein Filmchen gönnen kann. Gerade wenn man längere Zeit auf Reisen ist gibt es auch mal Abende die man etwas entspannter ausklingen lassen möchte.

Wir nutzen das ASUS Zenbook.

Reisepass

Für die meisten Länder ist es notwendig dass der Reisepass bei der Einreise noch mindestens 6 Monate gültig ist. Grundsätzlich ist der Reisepass 10 Jahre gültig, sollte er also gerade irgendwo am Limit sein, lieber einen neuen beantragen.

In Einzelfällen kann man einen zweiten Reisepass beantragen wenn man Länder bereist die sich gegenseitig nicht grün sind. Das ist auf unserer Route durch Amerika allerdings kein Thema.

Meinungen, Kommentare, einfach mal grüßen? Nur zu..

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