Joshua Tree

Joshua Tree

Bevor wir unser eigentliches Vorhaben, die Panamericana Richtung Süden zu fahren, in Angriff nehmen, wollten wir noch einige Nationalparks in den USA besuchen die wir, bei unserem letzten Besuch in 2011, noch nicht gesehen hatten.

Unser erster Nationalpark auf diesem Roadtrip war der Joshua Tree Nationalpark in Kalifornien. Der Park liegt nur wenige Stunden Autofahrt von Los Angeles entfernt und liegt günstig auf unserer geplanten Route nach Utah wo wir uns einige andere State- und Nationalparks (Zion NP, Bryce NP, Canyonlands NP, Arches NP, Dead Horse SP, Yosemite NP) ansehen wollten.

// Camping im Park

Grundsätzlich gibt es in allen Nationalparks in den USA in denen wir bisher waren Campingplätze die nach dem selben Prinzip funktionieren. Meist gibt es einen etwas besseren (und teureren) Platz mit ordentlichen Sanitären Anlagen und Stromanschluss für die man vor Reisebeginn eine Platzreservierung vornehmen und sich somit einen Stellplatz sichern kann. Alternativ gibt es einen oder mehrere first come, first serve Plätze die etwas spartanischer ausgestattet sind und wie der Name bereits sagt, nur vor Ort in Beschlag genommen werden können.

Im Joshua Tree Nationalpark gibt es nur einfache Plätze und da wir relativ flexibel in der Reiseplanung sind ist es uns ohnehin überhaupt nicht möglich eine Reservierung vorzunehmen und somit haben wir unser Glück auf einem der first come, first serve Plätze probiert.

Da wir zuerst mit dem Ablauf nicht vertraut waren sind wir einfach mal reingefahren und haben geschaut wo man Kalle denn komfortabel parken könnte und als wir einen scheinbar geeigneten Platz zu finden gedacht hatten kam schon eine nette Lady aus dem Nachbarfahrzeug gesprungen und meinte dass das leider leider ein Einzelstellplatz ist und wir hier nicht stehen können, it’s the Law!

Naja, gut. Die Worte haben wir verstanden aber das Prinzip noch nicht. Also nochmal zum Campingeingang gefahren und mal genau gelesen. Es ist eigentlich ganz einfach:

Es gibt niemanden der einen dort abkassiert (außer bei den “besseren” Plätzen wie oben geschrieben) sondern man nimmt sich einen gelben Zettel und füllt dort einige Daten wie Nummernschild, Dauer, Name usw aus. Den Zettel kann man dann abtrennen und klemmt ihn an eine Art mit Nummer versehenem Reißbrett vor dem eigentlichen Stellplatz. Das Gegenstück dazu ist ein Kuvert auf das man die selben Daten nochmal schreibt und gleichzeitig die entsprechende Stellplatzgebühr für seine Dauer steckt und dann am Eingang in einen Postkasten wirft.

Campgrounds können unterschiedlich bestückt werden. Es gibt pro Platz eine gewissen Anzahl an Campsites, also Stellplätzen, die wiederum von einer unterschiedlichen Menge an “lizenzierten” Fahrzeugen, Personen und/oder Zelten belegt werden dürfen. Wenn halt alles voll ist dann hat man Pech gehabt oder reißt einfach einen Zettel ab und macht seinen eigenen dran, ist uns tatsächlich passiert aber das war im Zion und kommt später.

Ist irgendwie eigentlich ziemlich cool wenn mans begriffen hat und funktioniert sehr gut. Auf diesem Campground war jedenfalls alles voll also sind wir zum nächsten gefahren, haben es dann direkt begriffen und haben uns einen schönen Platz gesichert. Viel schöner als der auf dem kein Platz mehr wahr. Ha!

Der Campground war super schön und man steht zwar auf asphaltierten Straßen aber diese führen direkt durch den Park und man ist wirklich nur einen Schritt von der Schönheit der Natur entfernt. Die einzelnen Sites sind angenehm breit gefächert und schön natürlich umwachsen so dass man Sicht- und Hörschutz zu den anderen Campern hat und sich trotzdem irgendwie allein fühlen kann.

Kalle im Joshua Tree Nationalpark. So macht Camping Laune

Kalle im Joshua Tree Nationalpark. So macht Camping Laune

Für das perfekte Campingvergnügen steht jedem Stellplatz eine Tisch-Bank-Combo zur Verfügung und ein Feuerstelle mit Grillrost. Top!

Garniert wird das ganze noch mit den kleinen Freuden wenn die Hasen, Woodrats und Chipmunks in direkter Sichtweite vorbeihuschen während man gemütlich ein Bierchen am Lagerfeuer kredenzt. Das sind irgendwie die Momente in denen alles stimmt und während ich das so schreibe fällt mir einmal mehr auf wie wenig man braucht um sich rundum pudelwohl zu fühlen.

// und der Park so

Der Joshua Tree Park an sich ist schön. Wie der Name erkennen lässt und die Füchse unter euch schon richtig vermutet haben, gibt es dort haufenweise Joshua Trees aber auch tolle Steinformationen und einfacherer Trails. Der Nationalpark war ein guter Einstieg. Es ist weniger ein großer Abenteuerspielplatz sondern mehr ein Ort der Entspannung und das stille genießen der rauen Schönheit der Natur.

So sieht ein Josha Tree aus

So sieht ein Josha Tree aus

Nicht spektakulär aber einfach schön

Nicht spektakulär aber einfach schön

// Erste Hilfe

Für uns war es mit Kalle die erste Übernachtung in “der Wildnis”. Die Nächte zuvor hatten wir einfach in Seitenstraßen in LA wild campiert und entsprechend genossen wir nun die Freiheit endlich zu grillen und den kristallklaren Sternenhimmel, ohne störende Lichtverschmutzung, zu beobachten. Allerdings mussten wir beim darauffolgenden Frühstück feststellen dass unsere integrierte Alkoholbetriebenen Kochzeile nicht so funktioniert wie angedacht. Wir hatten zwar entsprechende vorbereiteten Alkohol gekauft und eingefüllt aber das brannte mehr so geht so und war alles andere als komfortabel. Auf unserer Frühstückseier wollten wir aber nicht verzichten also knallten wir die Pfanne knallhart auf den Grill. Wem jetzt ein Schauer über den Rücken läuft, willkommen bei Panamericana-deluxe!

Völlig überraschend wollte das aber auch nicht so richtig gut funktionieren also schielte ich mal zum “Nachbarn” rüber der mit seinen Cargo Pants, dem mit Benzinkanisternumandelten alten Military Jeep und dem Bear Grylls Überlebensmesser aussah als ob er höchstens in den Supermarkt geht um dort über die Leute zu lachen die für ihr Grillgut bezahlen, anstatt es sich einfach frisch im Wald zu jagen.

Der Survivalkünstler stellte sich als, seit 30 Jahren in den USA lebender, Däne heraus der regelmäßig mit seiner Frau durch diverse Nationalparks tingelt und früher auch selbst Touren organisiert und geführt hat. Auf meine Frage hin, ob er sich mit unserem Alkoholkocher auskennt, erwiderte er verwundert dass er sowas vom Camping nicht kennt, er macht darauf zu Hause Fondue aber ansonsten ist das völlig unbrauchbar, die Hitze taugt nicht. Was ich bräuchte wäre ein richtiger Gaskocher, erklärte er mir während er mit seinen Pranken auf seinen Campingkoffer tippelte.

Klar, so ein Campingkocher benutzten wir bisher auch immer aber weil Kalle fest was integriert hat habe ich unseren Kocher natürlich zu Hause gelassen. Ich habe mich artig für seine Zeit bedankt und weil seine Frau gerade am zusammenräumen war wollte ich ihn nicht weiter aufhalten obwohl ich nicht das Gefühl hatte dass er über die Störung böse war.

Zurück an unserem Camp haben wir unseren Alkoholkocher doch noch heiß bekommen in dem wir die Kartuschen aus der Verankerung genommen, ihn angezündet und dann brennend schnell wieder in die Vorrichtung geschoben haben. Auf Dauer war das natürlich nichts aber die Spiegeleier waren gesichert.

Wir hatten gerade die erste Runde fertig als der Däne mit seiner Frau nochmals bei uns vorbeikam, sich verabschiedete und uns seine Campingküche schenken wollte. Ja, genau. Ich habe ungefähr eine halbe Stunde mit ihm geredet und nun will er uns eine doppelte Gaskochplatte mit Orginalverpackung und zwei Gaskartuschen schenken. Das haut uns um. Er sagte durch seine Touren die er veranstaltete hat er noch massig zu Hause und sie brechen jetzt sowieso auf also nahmen wir das Geschenk dankend an, bestanden aber darauf wenigstens eine Kleinigkeit als Dankeschön zu bezahlen.

Um das vorneweg zu nehmen, die Campingküche ist super. Wir nutzen sie, zum kochen, zwischenzeitlich ausschließlich und sind wirklich froh dass wir das portable Teil haben.

Wir blieben für zwei Nächte und ich wiederhole mich gerne, der Park ist schön doch es gibt noch mehr und wir haben Hummeln im Arsch also auf nach Utah.

5 Kommentar bisher

  1. Stevie Autor März 25, 2014 (7:38 pm)

    Sauber M!
    Ich lese deine Berichte mit Begeisterung und auch die Bilder sind klasse :)
    Jetzt ist mir mal aufgefallen, du berichtest von einem klaren und nicht Lichtverschmutzen Sternenhimmel. Auf so einen Scheiss stehe ich :) Kannst mal so ein Langzeitbild vom Sternenhimmel machen wenn das geht? Würde mich freuen :)

    Also viel Spass noch! Und immer weiter :)
    Stevie

    Antwort an Stevie
    • mh Autor März 26, 2014 (9:06 pm)

      Danke Herr Styla..

      Den Sternenhimmel will ich auf jeden Fall noch in Angriff nehmen und jetzt bin ich doppelt motiviert :)

      Antwort an mh

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  1. Es spritzt und keimt | Ensenada und San Quintin | PANAMERICANA {deluxe} Mai 20, 2014 (1:50 am)

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