Die Stadt der Engel – Das Los Angeles Résumé

Die Stadt der Engel – Das Los Angeles Résumé

LA. Das steht für Bandenkrieg, Hollywood und Hip-Hop. Wir durften uns über fast 2 Wochen einen ersten Überblick verschaffen.

Los Angeles ist super facettenreich und bietet wirklich für jeden Geschmack etwas.

Wir sahen das eher noble Beverly Hills in dem die $100.000 Autos ganz selbstverständlich am Straßenrand parken, das touristische Hollywood mit seinen Souvenirshops und dem Walk of Fame, das charmante Pasadena mit sauberen Straßen und gepflegten Vorgärten, die authentische Long Beach in der man ein Gespür dafür bekommt dass es in LA auch mal etwas härter zur Sache gehen kann und die extravangte Venice Beach in der Sehen und Gesehen werden angesagt ist. Wir waren Downtown und beäugten die Hochhäuser und schlenderten durch die Boutiquen und Bars, wir besuchten Parks und Aquarien und wir fuhren einen Großteil unsers Aufenthalts mit der Metro und dem Bus, da Kalle ja noch nicht abholbereit war. Wir sahen so viel skurriles, abartiges, dreckiges und schönes und bekamen ein grobes Gespür dafür wie unvorstellbar groß Los Angeles eigentlich ist. Die Ausmaße dieser Stadt sind mit einem Blick auf Google Maps nicht zu begreifen und so ist wenig verwunderlich dass es noch so viel mehr gegeben hätte das wir uns anschauen und erleben hätten können.

Dennoch blieben wir als wir Kalle abgeholt hatten, nur noch 2 weitere Tage in LA, zu groß war die Lust auf den Start des Road Trips. Da wir ihn leer verschiffen mussten kauften wir in diesen verbleibenden Tagen hauptsächlich das fehlende Equipment ein (und verdammt, da kommt einiges zusammen) und besuchten Orte die zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht oder nur schwer erreichbar waren wie zB das Griffith Observatorium oder den Mulholland Drive.

Kalle genießt die Aussicht

Kalle genießt die Aussicht

Ganz allgemein haben wir für uns festgestellt dass die Leute in Los Angeles zum einen furchtbar nett und zum anderen völlig durchgeknallt sind. People are strange if you’re a Stranger!

Eine von vielen Situationen: Völlig überfüllter Bus, alle Sitze belegt und im Gang drängen sich die Leute aneinander. An der nächsten Haltestelle auf einmal Piep-Piep-Piep, es fährt eine Rollstuhlvorrichtung an der Bustür aus und ein Rollstuhlfahrer fährt seinen Elektrobuggy (so muss ich das einfach nennen, das Ding hatte bestimmt sogar Allrad) in den Bus. Das tolle jetzt, ohne dass ein Wort gefallen ist wurde eine Seite geräumt, der dafür vorgesehene Sitzbereich hochgeklappt und alle rückten einfach noch enger zusammen und nach hinten durch. So gesehen ist das ja eigentlich selbstverständlich aber Szenen ähnliche dieser sahen wir häufiger und dabei ist es egal was für Harte Jungs, coole Kids oder abgesiffte Penner – das Prinzip Nächstenhilfe funktioniert, zumindest in LA, hervorragend.

Frägt man jemand nach dem Weg, der Zeit oder was auch immer wird einem fast immer ein Gespräch aufgedrückt. Uns passierte es einige Male das uns jemand deutsch reden hörte und dann zu uns kam und stolz erzählte dass die Oma Deutsche war oder man selbst mal in Deutschland war oder gerne hin wollte. Deutschland kommt bisher in Amerika ganz gut weg.

In einem Restaurant setzte sich sogar ein älteres Ehepaar zu uns an den Tisch und blubberte los dass sie in Stuttgart waren und wie toll es ihnen gefallen hat. Ich weiß nicht wie viele Deutsche sich in einem Restaurant zu einem englisch sprechenden Pärchen setzten würden und ihnen vom USA Urlaub erzählen. Ich eher nicht, du?

Natürlich ist diese Freundlichkeit nur Oberflächlich und ich habe schon öfters gehört dass man über diesen Smalltalk Status nur schwer hinwegkommt aber es zeugt von einer gewissen Offenheit die wir grundsätzlich ganz schick finden.

So nett sie auch sind, so schräg sind sie auch. Selbstverwirklichung wird hier gelebt und das kann ganz schön ins Auge gehen. Es begegneten uns natürlich die “normal” Verkleideten die als Spiderman oder Freiheitsstatue die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen aber auch die Leute die das völlig ernst meinten und mit Leopardenmuster Bademantel oder anderen derben Accessoires ausgestattet waren.

Die Kleidung ist das eine, das Verhalten das andere. Blickkontakt wird eher selten gesucht und so ist jeder etwas isoliert obwohl er sich in Mitte einer Menschenmaße befindet. Das zeigt sich dann auch darin das einfach jeder so tut als wäre er total alleine. Es wird lauthals telefoniert, mit sich selbst gesprochen, gesungen und getanzt. Wenn sich jemand mit Mukke im Ohr neben dich setzt hast du einen Massagesessel gratis, da wird nämlich gegroovt und gebounced als gäbe es kein morgen.

Für mich als leidenschaftlicher Zombie Fan bot sich zudem noch ein anderes interessantes Bild, denn ich hätte nicht erwartet so schnell und ungefährlich das natürliche Verhalten der Zs in freier Wildbahn beobachten zu können. Ich meine das völlig ernst, 100%! Keine Übertreibung. Ich konnte manche Personen nicht von dem gemeinen Film Zombie unterscheiden. Sie schlurfen mit leerem Blick, hinkend und keuchend mit zerrissenen Klamotten an dir vorbei. Apokalypse? Nein, Alltag.

Wir sahen aber auch weniger schöne Szenen bei denen dann sogar der abgebrühte Ami mal ein Blick riskiert hat. Als sich zwei Männer auf offener Straße bei zäh fließendem Verkehr direkt neben unserer Bushaltestelle ein Battle lieferten waren wir auf alles gefasst. Es kam glücklicherweise niemand zu Schaden.

Stichwort Verkehr: Der ist heftig. Es gibt sogar eine eigene Spur für Fahrzeuge die zwei oder mehr Personen befördern und auf der kommt man sogar super voran. Das muss man sich mal vorstellen, die ganzen anderen riesen Trucks und Vans fahren alleine.

Den Mexikanischen Einfluss erkennt man nicht nur am Namen. Was mich wunderte war dass es nicht wenige Menschen in LA gibt die kaum Englisch sprechen. Man kommt hier mit Spanisch offensichtlich bestens zurecht. Selbst in kleineren Läden in entsprechenden Vierteln kommt das Englisch nur Bröckchenweise vom Kassierer.

Wenn du uns nun fragst wie uns LA gefallen hat so müssen wir sagen wir fanden es besser als sein Ruf. Los Angeles gilt als dreckig und nicht besonders schön. Das stimmt zu großen Teilen, wir waren erstaunt in welch schlechtem Zustand viele Gegenden sind aber das Gesamtpaket stimmt. Leider konnten wir nicht tief genug eintauchen um die wirklichen Perlen dieser Stadt zu erforschen und vieles auf meiner Liste blieb unerfüllt. Daher ist es wahrscheinlich dass es nochmals ein Wiedersehen mit der Stadt der Engel geben wird.

3 Kommentar bisher

  1. Peppie Autor März 19, 2014 (5:56 am)

    Der VW Bus mit Freiburger Kennzeichen in LA sieht cool aus.

    Antwort an Peppie
    • mh Autor März 21, 2014 (5:57 pm)

      Hat definitiv was. Bei uns sind die VW Busse ja kein besonderer Hingucker aber hier in den Staaten werden wir echt super oft darauf angesprochen. Hätte ich so gar nicht erwartet.

      Antwort an mh

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  1. Der Joshua Tree Nationalpark in Kalifornien | Panamericana Roadtrip | PANAMERICANA {deluxe} Mai 21, 2014 (4:57 am)

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