was tun in der Künstlerstadt | San Miguel de Allende

was tun in der Künstlerstadt | San Miguel de Allende

Was haben wir während unserer Zeit in Mexiko nun schon alles tolles gesehen! Das Land ist so abwechslungsreich und vielfältig, dass es eine pure Freude ist, es auf eigene Faust mit dem Auto entdecken zu dürfen. Das ist das geile am Reisen ohne festen Plan. Du wirst nie enttäuscht aber immer aufs neue überrascht. So muss das sein!

Wir hatten, wie üblich, keinen blassen Schimmer von der Stadt und waren deshalb doppelt geflasht über diese geile Kulisse. Die Stadt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einer riesigen Tempelanlage gebaut (da kennen die nix) und hat durch die vielen schmalen Gassen und den schnuckligen alten, bunten Häusern einen einzigartigen Charme der uns extrem zusagt.

Unter anderem auch deswegen, weil nur sehr wenige Autos rumfahren. Die Straßen sind super steil, extrem schmal und zudem ist alles mit Kopfstein gepflastert. Nicht gerade optimale Voraussetzungen für den Straßenverkehr. Wir parkten Kalle in einer der vielen schönen Gassen, pennten dort mehere Tage und bewegten ihn nicht großartig. Die Stadt erkundeten wir indes per Pedes.

mächtig cool

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Obwohl San Miguel bei US-Amerikanern und Kanadiern hoch im Kurs steht und nicht wenige sich dort einen zweiten Wohnsitz gegönnt haben, ist die Stadt absolut kein Touristenmoloch. Die Stadt wurde vor einigen Jahren von der UNESCO gar zum Weltkulturerbe erhoben und das auf jeden Fall zu Recht. Es wirkt irgendwie wie das beste aus beiden Welten. Das easy lifin’ der Mexikaner, gepaart mit der Sorgfalt und der Organisation der Amerikaner.

Es wird nicht versucht,  einem was auf der Straße anzudrehen und es gibt keine Souvenirläden an denen sich Leute die Nase platt drücken. Allerdings haben sich viele Künstler, überwiegend aus den USA niedergelassen und malen in kleinen Ateliers ihre Bilder. Man hält gerne inne, schaut ihnen eine Weile zu und kommt so schnell ins Gespräch.

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Hunger muss man keinen leiden. Die Restaurants sind vielfältig und sauber und hinter jeder bunten Tür verbirgt sich ein anderes Juwel das darauf wartet entdeckt zu werden. Teilweise hat man ein, eigentlich nichts sagendes Gebäude und kaum schaut man durch die Tür, erwartet einen ein großzügiger, bunt verzierter Innenhof mit Palmen und kuschligen Sitzecken. Was uns einfach nicht in die Birne geht ist, dass das von außen durch kein Schild kenntlich gemacht wird. Entweder funktioniert das durch Mundpropaganda oder man findet wirklich rein zufällig diese Locations.

Egal wie, es scheint zu funktionieren und dadurch hat man immer das Gefühl einen besonderen Platz entdeckt zu haben und geht schon regelrecht auf Entdeckungstour.

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Mariachi trällern einem ein Liedchen, man schlendert gemütlich über die Obst- und Gemüse Stände der Marktplätze und bestaunt die imposanten Kirchen während einem die Sonne durch fluffige Schafwölkchen zuzwinkert.

 

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Klingt richtig geil? Ja, das Leben ist gut in San Miguel.

// Was gibt es zu tun?

Einfach abhängen und umherschlendern ist bei diesen Temperaturen gar nicht der schlechteste Plan. Wobei, jetzt fällt mir gerade ein, dass wir auch mal einen Monsunartigen Regenfall hatten, der die Straßen in reißende Flüsse verwandelt hat. Ihr denkt jetzt bestimmt das ich hier halt etwas blumig schreibe aber nein Leute, das Wasser knallt durch die steilen Gassen und würde dir nen fiesen Doppelknoten in die Schnürsenkel zwirbeln, so ist da Dampf dahinter.

Zum Glück kann man sich in den schnuckligen Cafes einbunkern und bei einem dieser typisch Mexikanischen Kaffees, die irgendwie nach Zimt schmecken, das Spektakel beobachten und mit den armen Teufeln mitleiden, die versuchen von A nach B zu schwimmen.

Aber auch sonst ist für Abenteuer gesorgt.

Hier unsere Top 3 der Dinge die man in der Umgebung von San Miguel de Allende auf jeden Fall machen sollte:

1. Cañada de la Virgen

Ihr wisst ja schon dass San Miguel de Allende ziemlich sicher auf einer alten Pyramiden Anlage gebaut ist (wie Mexico City übrigens auch), aber da man sich nicht einfach ein Loch graben kann und nachsehen, gibt man sich besser mit der in der Nähe gelegenen Canada de la Virgen zufrieden.

Die Pyramide ist klein aber fein. Eine Besonderheit ist dass man sie nicht auf eigene Faust besuchen darf. Im Gegensatz zu allen anderen von uns besuchten Pyramiden in Mexiko ist hier ein Führer obligatorisch. Macht aber nix, im Gegenteil. Ist eigentlich ziemlich erfrischend. Unser Guide ist Archäologe und erinnerte irgendwie an Indiana Jones.

Man bekommt allerlei Informationen was hier so abging während man durch ein großflächig abgesperrtes Gebiet, an Wildpferden vorbei, zum Tempel läuft.

Die Pyramidenanlage selbst kann man schon als klein bezeichnen aber durchaus interessant und auch schön anzusehen. Alle Toten die dort gefunden wurden waren zudem Frauen was irgendwie schräg ist und bedeuten könnte dass hier ein Art Amazonenvölkchen beheimatet war.

Kosten: 180 Pesos pro Person

 

 

2. El Sabino de la Huerta

Über eine krasse Buckelpiste geht’s am großen Damm vorbei nach Huerta. Die kleine Ortschaft liegt ziemlich einsam einige Kilometer von San Miugel entfernt und hat für Touristen absolut nichts zu bieten. Wäre da nicht der größte und älteste Baum der Gegend.

Allein schon die Fahrt dorthin ist abenteuerlich. Für Kalle war die Strecke kein Problem, schließlich kämpfte er sich schon durch ganz anderes Terrain. Man ist dort normalerweise eher mit Pferd, Bus oder Jeep unterwegs, denn die Straße ist vergleichbar mit einer Schotterpiste zur Kiesgrube und reichlich mit Wurzeln und Schlaglöchern versehen. Zudem ist nichts ausgeschrieben und wir hatten eigentlich mehr durch Zufall und mehrmaliges Nachfragen unser Ziel gefunden. Achja, auf dem Weg entdeckten wir sogar noch eine Tarantel.

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Wir parkten im Dorf und machten uns auf die Suche nach dem Baum. Vorbei an Ziegen- und Schweinehirten wurden wir sogar noch Zeuge wie ein kleines Geißlein das Licht der Welt erblickte. Kann man sich ein passenderes Sinnbild für absolute Idylle vorstellen?

Kosten: keine

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3. Reittour durch den Canyon

Die Landschaft dort ist rau und unberührt. Gut, das ist für Mexiko jetzt nicht gerade ein Alleinstellungsmerkmal aber es ist dort wirklich sehr schön. Tiefe Schluchten durch die sich Flüsse mit kristallklarem Wasser schlängeln, Canyons mit wilden Steinformationen wie man sie aus dem Süd-Westen der USA kennt und dazu die typische Cowboy Kulisse mit Kakteen und hochgewachsenen Bäumen. Hin und wieder huschen Echsen und Leguane vorbei und an den Seiten grast das Vieh.

Man muss kein erfahrener Reiter sein um diese Tour zu machen. Die Pferde reitet man Western Style was auch für Anfänger schnell erlernbar und gut kontrollierbar ist.

Wir wurden in San Miguel abgeholt und mit einem Geländewagen zu einer ca. 30 Minuten entfernte Farm gefahren. Dort gabs erstmal die Einweisung und dann gings auch direkt los. Die Tour geht 2,5 Stunden und das reicht auch aus, dass einem der Arsch weh tut wenn man nicht so oft auf dem Pferd sitzt. Man reitet durch Flüße, über Wiesen, durch Kakteenfelder und über schmale Pfade hoch auf den Canyon.

Anschließend gibt es  noch ein leckeres Essen direkt auf der Farm von den alten Frauen zubereitet. Man fühlt sich wie bei Oma, oder Ur-Oma.. Der Käse wird in ranzigen Schüsseln gepresst während einen die Fliegen auffressen. Frisch gepressten Saft gibt es aus riesigen Bottichen und die Vielfalt in denen Reis, Tacos und Gemüse zubereitet und serviert werden ist erstaunlich. Mir waren die einzigen beiden die die Tour mitmachten, doch das Essen kam uns vor als wäre es für 10 hungrige Mäuler zubereitet.

Kosten: 920 Pesos pro Person

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Hier könnt ihr auch noch ein Video vom Ausritt aus der Ego Perspektive ansehen: Klick mich

 

In San Miguel selbst darf man auf keinen Fall versäumen auf eine der vielen Erhöhungen hinaufzulaufen und sich die Stadt von oben anzuschauen um die herausragende Architektur im Gesamtbild bewundern zu können. Die Dichte an Kirchen ist erstaunlich und es macht Spaß zu rekonstruieren wo man bereits durch die Gassen geschlendert ist und wo es eventuell. noch was zu entdecken geben könnte.

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// Ist San Miguel de Allende einen Besuch wert?

Eindeutig, JA! Die Stadt ist super schnuckelig und richtig gediegen doch man muss auf nichts verzichten. Sehr freundliche und aufgeschlossene Menschen sind in Mexico eigentlich normal aber hier war es wieder einmal besonders herzlich. Wenn man auf Meer verzichten kann ist San Miguel auf jeden Fall eine Stadt die man auf seinem Mexiko Trip nicht auslassen darf.

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3 Kommentar bisher

  1. Matt Hias via Facebook Autor September 10, 2014 (7:56 pm)

    Ich seh ja nicht alle eure Posts – wegen Prime Time und so ;) – aber wart ihr auch in / auf Yucatan oder habt’s vor? Das wär noch so ein fettes to do auf meiner “ich liebe Geschichte und Fotografieren” Liste :D

    Antwort an Matt Hias via Facebook
  2. Martin Gegenfurtner via Facebook Autor September 10, 2014 (8:05 pm)

    und mal wieder ganz geniale bilder!

    Antwort an Martin Gegenfurtner via Facebook
  3. Peter Brandes via Facebook Autor September 10, 2014 (9:37 pm)

    Cool. De Allende in Holland wäre “das Elend” :D

    Antwort an Peter Brandes via Facebook

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