Nix für Couchpotatos | 4 Dinge die wir in der Huasteca Potosina unternahmen

Nix für Couchpotatos | 4 Dinge die wir in der Huasteca Potosina unternahmen

Am Strand abflacken, im Meer zu planschen und bunte Städte zu besuchen ist ja ganz nett aber wird auf Dauer doch etwas eintönig. Zum Glück kann man in Mexiko auch ordentlich den Adrenalin Spiegel nach oben schieben.

Ja, ich werde nicht müde euch die Vorteile eines Road Trips ans Herz zu legen, denn in die Huasteca Potosina verirrt man sich als Mexiko Reisender sonst vermutlich eher selten. Völlig zu unrecht.

Wer auf der Suche nach naturbelassenen tropischen Wäldern, reißenden Flüssen, spektakulären Höhlen und abgedrehten Kunstprojekten ist, der ist in der Gegend um Ciduad Valles aufs Beste aufgehoben. Die Huasteca Potosina ist ein Gebiet in San Luis Potosi und etwas ab vom Schuss.

Da wir die Panamericana nur als grobe Orientierung sehen und uns nicht selber geiseln und dieser auf Gedeih und Verderben folgen, haben wir es uns nicht entgehen lassen, einen Abstecher in den Osten Mexicos zu unternehmen. Leider waren wir mal wieder unzureichend vorbereitet und übersahen, dass durch die Regenzeit viele der Outdooraktivitäten aktuell nicht möglich waren.

Trotzdem, hier 4 Dinge die wir getan haben.

— #1 —

// Jungle Trek zum Wasserfall

Eigentlich wollten wir ja mit dem Ruderboot zum Wasserfall Tamul, was aber leider aufgrund des hohen Wasserspiegels nicht möglich war. Die Strömung war durch die heftigen Regenfälle der letzten Wochen so stark, dass selbst das Oxford Ruderteam seine Schwierigkeiten gehabt haben dürfte hier Fluss aufwärts zu kommen. Da diese Option also gestrichen war, bekamen wir den Tipp, dass man auch auf dem Landweg zum Wasserfall kommen kann.

Alles klar – los gehts. Wir fuhren so weit wie möglich über schlickige Waldwege in den angrenzenden Wald und kamen irgendwann an eine Stelle an der es mit dem Fahrzeug nicht mehr weiter ging. Ein Tor versperrte den Zugang und wir erkundigten uns an den beiden einzigen vorhandenen Häusern, ob hier tatsächlich der Wasserfall in der Nähe ist.

der Zaun regelt das Privatgrundstück ab

der Zaun regelt das Privatgrundstück ab

Das reicht uns als Schlafplatz für die Nacht

Das reicht uns als Schlafplatz für die Nacht

Ein Junge bot sich als Führer an und wollte uns den Weg zeigen, aber erst morgen, heute wäre es zu spät und in die Dunkelheit wollte er nicht laufen. Klang vernünftig. Gute Nacht.

Als wir am nächsten Morgen aus Kalle krackselten, saß er schon auf einem Baumstumpf in Sichtweite und blinzelte immer mal wieder unauffällig in unserer Richtung. Er schien als wäre er ganz heiß darauf uns den Weg zu zeigen und nach einem kleinen Frühstück erlösten wir ihn von der Warterei.

Über Stock und Stein

Über Stock und Stein

er weiß wo's lang geht

er weiß wo’s lang geht

 

Tatsächlich mussten wir ca. eine Stunde durch unterschiedlichstes Terrain laufen. Der Junge (ich hab den Namen vergessen) hatte zwar nur ein paar dieser, hier scheinbar noch immer im Trend liegenden, Crocs an, legte aber einen ganz schönen Zahn an den Tag.

so siehts in dem Wald aus

so siehts hier aus

Schon von weitem hörten wir den Wasserfall rauschen und schließlich konnten wir ihn auch erblicken. Allerdings von einer erhöhten Position und ganz schön eingegrenzt. Nach unten führten nur steile Klippen und so mussten wir uns mit dieser Sicht zufrieden geben. Wir knabberten unsere mitgebrachten Snacks und bewunderten den wandernden Regenbogen.

da isser also - der Wasserfall Tamul

da isser also – der Wasserfall Tamul

 

Insgesamt war diese Aussicht für den ganzen Aufwand den wir betrieben hatten etwas ernüchternd aber es war eben eine Expedition ins Ungewisse.

 

— #2 —

// Tiefe Einblicke und schräge Vögel

In der Nähe von Aquismon gibt es die Sotano de las Golondrinas, oder kurz Schwalbenkeller. Der Schwalbenkeller ist eine der größten Höhlen ihrer Art und geht scheiße tief, senkrecht nach unten. Doch die eigentliche Attraktion dort sind die fantastilliarden Schwalben und Papageien die in der Höhle nisten und umherfliegen.

Wie es halt in Mexiko so ist, mit Sicherheitsvorkehrungen haben sie es nicht so.

Wir wundern uns, dass wir überhaupt festgebunden wurden (wenn auch nur mit einem ranzigen Seil) aber als wir so am Abgrund standen und in die nicht enden wollende Tiefe blickten, nur von einer Person gesichert, war es doch besser als nichts.

Seil dran

Seil dran

keine Angst, das hält schon

keine Angst, das hält schon

So siehts aus wenn man von oben reinschaut

So siehts aus wenn man von oben reinschaut

 

Naja, und dann kann man sich eben das bunte Treiben anschauen. Manchmal fliegen sie mehr, manchmal weniger aber das Geschrei ist immer da – da kann man sich sicher sein.

die sind flink

die sind flink

Aras aufm Baum

Kurze Pause..

Aras vorm Baum

… und weiter gehts

beim fliegen

die zischen richtig knapp an den Felsen entlang

 

Es hat schon was, vor allem weil das Gebiet echt verlassen ist. Außer uns und den “Sicherheitstypen” war keiner da und es ist ein Naturschauspiel das man nicht nochmal zu sehen bekommt. Auch wenn wir schon oft Aras und sonstige Papageien gesehen haben,  ist es in dieser Form und Anzahl bisher einmalig gewesen. Sie fliegen und kreisen in einer Hammer Geschwindigkeit in der Höhle umher und nutzen dort vermutlich irgendwelche Luftströme, denn sie scheinen echt Spaß zu haben.

 

— #3 —-

// Verrücktes Jungle Labyrinth

Alter Falter! Wir haben alle schon viel irres Zeug gesehen aber dieses Las Pozas von Edward James ist echt ne Nummer für sich. Edward James ist ein Künstler der weit oben im Regenwald, nahe der Ortschaft Xilitla, einen surrealistischen Abenteuerspielplatz gebaut hat. Mitten im Regenwald finden sich überwucherte Statuen, Gebäude, Treppen die ins nichts führen, Wasserfälle, künstlich angelegte Flussläufe, Brücken und all solche Dinge.

Um Las Pozas zu erreichen fährt man weit hoch in die Berge. Vorbei an einsamen Bergdörfern die ihre Buden mitten in den Dschungel gestellt haben.

Dörfer an der Wolkengrenze

Dörfer an der Wolkengrenze

Auf dem Gelände selbst geht es fantastisch zu. Man fühlt sich wie in dem Irrgarten eines irren Iren (OK, er war Schotte aber das musst ich einfach schreiben). Überall gibt es Schleichwege und Pfade. Mal führen sie nach oben, mal nach unten, doch nie kann man erahnen was einen erwarten wird.

es ist schön

man steht einfach da und wundert sich

Angelegte Pfade, doch links und rechts ist wilder Regenwald

Angelegte Pfade, doch links und rechts ist wilder Regenwald

Überall finden sich kunstvolle Details

Überall finden sich kunstvolle Details

Es hatte kurz zuvor geregnet und der Weg war äußerst rutschig

Es hatte kurz zuvor geregnet und die Wege waren äußerst rutschig

Es hatte kurz zuvor geregnet und daher war der moosbewachsene Boden super rutschig. Mehr als einmal hätte es uns beinahe auf den Arsch gesetzt aber das vorsichtige pirschen durch das Gelände war irgendwie passend. Es gibt so viel zu entdecken und ständig staunt man über die Kreativität und die enorme Arbeit die in dieser Anlage steckt. Jeden Moment rechnet man damit, dass Johnny Depp in irgend einer kuriosen Rolle um die Ecke kommt.

Und gerade wenn man denkt, dass es phantastischer und durchgedrehter nicht mehr geht, kommt eine Wasserlandschaft die man sogar beschwimmen kann.

alles künstlich angelegt aber total verdreht

alles künstlich angelegt aber total verdreht

wasser

Die Details und Formen ziehen einen in den Bann

auf Entdeckungstour

überall gibt es was zu entdecken und man geht liebend gern auf Entdeckungstour

Wir sind später noch mal mit Badesachen rein gegangen um uns durch die diversen Pools zu hangeln und das war wirklich äußerst spannend und abgedreht. Das Wasser war zwar frostig kalt aber das will man sich nicht entgehen lassen. Wer also Las Pozas besucht, sollte auf jeden Fall die Badehose einpacken.

Pools mit Strömung und Wasserfällen - sehr geil.

Pools mit Strömung und Wasserfällen – sehr geil.

Leider habe ich versäumt “richtige” Bilder dort zu machen weil ich einfach zu beschäftigt damit war, mich zu wundern und alles zu erforschen, aber bei diesen Motiven wäre da sicher der ein oder andere Fotografische Leckerbissen bei rumgekommen. Dafür habe ich aber einiges an Videomaterial aus dem Park, was ich in einer ruhigen Minute einmal schneiden werde.

Also, ein Besuch in diesem verrückten Labyrinth lohnt definitiv!

Ein Kunstprojekt der Extraklasse

Ein Kunstprojekt der Extraklasse

 

— #4 —

// Wildwasser Rafting

Yeahr! Ich habs in der Einleitung erwähnt. Hier gibts nicht nur was zum Staunen sondern auch um ordentlich Dampf abzulassen. In der Gegend um Ciudad Valles gibt es viele Outdooraktivitäten die man machen kann. Kajaking, Höhlentouren, Wasserfälle klettern und springen und auch Rafting. Leider, leider, leider .. wir waren in der Regenzeit und vieles wird da einfach nicht durchgeführt weil es zu gefährlich ist. Die Strömung ist zu stark, die Wasserfälle führen zu viel Wasser, die Höhleneingänge sind nicht zugänglich usw usf.

Das hatten wir uns zwar etwas anders vorgestellt aber immerhin konnten wir eine Rafting Tour organisieren und die war auch richtig geil. Dadurch dass das Wasser ordentlich Druck hatte, war das eine spannende Geschichte die steil nach vorne ging, doch dafür war das Wasser nicht so kristallklar wie es normalerweise eben wäre.

Aber in diesen sauren Apfel bissen wir mit Vergnügen und stürzten uns ins Wildwater Rafting!

klares Wasser sieht anders aus

klares Wasser sieht anders aus

die Crowd

die Crowd

Hierzu wird es auch noch Videomaterial geben doch momentan habe ich keinen turn das Material zu schneiden. Aber auch ungesehen könnt ihr mir glauben – das hat richtig gerockt! 

Trocken blieb natürlich keiner aber wer will das schon? Teilweise kenterte das Boot und die Party ging im Wasser weiter. Witzige Bilder flitzen mir hier durch den Kopf. Unbedingt machen wenn ihr in der Gegend seid.

Regenzeit – was heißt das eigentlich?

Nein, es regnet nicht permanent. Nein, es ist nicht kalt. Aber ja – wenn es regnet dann regnet es heftig. Das kann 10 Minuten gehen oder 2 Stunden aber egal wie, da kommt ne monströse Ladung runter.

Dieses Bild zeigt uns in Kalle und obwohl es aussieht als ob wir immer noch aufm Fluss sind, ist das unter uns eigentlich die Straße. BÄM!

Hovercraft Kalle!

Hovercraft Kalle!

 

Abschließend bleibt zu sagen, die Huasteca Potosina ist absolut einen Besuch wert. Wer Abwechslung zu Strand und Kultur sucht, kann hier richtig auf seine Kosten kommen. Also, nicht auslassen..

 

3 Kommentar bisher

  1. Steffen Bayer via Facebook Autor Dezember 23, 2014 (3:42 pm)
  2. heleen und robert Autor April 12, 2015 (12:06 am)

    Hallo, stöbernd im netz eure site gefunden.
    wir waren in 1986 “drüben” und lesen mit freude über eure abenteur und staunen über die tolle bilder! danke und grüße aus vorarlberg/austria

    Antwort an heleen und robert

Trackbacks & Pingbacks

  1. Pyramiden Overkill | Teotihuacan und El Tajin | PANAMERICANA {deluxe} Oktober 4, 2015 (2:48 pm)

    […] wir zuvor in der Huasteca Potosina unterwegs waren haben wir uns also wieder südlich orientiert und als erstes El Tajin angesteuert. […]

Kommentar zu heleen und robert Doch nicht

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