Meer und mehr | Mazatlan an der Pazifikküste Mexikos

Meer und mehr | Mazatlan an der Pazifikküste Mexikos

So jetzt. Festland!

Topolabambo haben wir in Rekordzeit, nach nur einer Nacht, hinter uns gelassen und uns zur nächsten großen Stadt aufgemacht – Mazatlan.

Das hatte einen ganz einfachen Grund. Mazatlan war der einzige weitere Stop in der Nähe den wir kannten. Ihr denkt jetzt: Da hätten die zwei Kasper auch gleich die Fähre dorthin nehmen können! Aber wir sagen: Stimmt. Doch dann hätten wir Topolabambo nicht gesehen. Deduktive Argumentation. Zudem war die Fähre nach Topolabambo günstiger, kürzer und basta.

Was wir allerdings nicht beachtet hatten war, dass die “guten” Straßen, die Autopista, mehrheitlich Mautstrecken sind. Es kamen ein paar Pesos Maut zusammen aber trotzdem kein Vergleich zu den Mehrkosten für eine Fähre von La Paz nach Mazatlan.

// Was geht ab in Mazatlan

Mazatlan selbst ist nice. Eine schöne Stadt am Meer mit einer sauberen und gut besuchten Promenade. Die Stadt wurde damals stark durch Deutsche Einwanderer geprägt die hier sogar ne Brauerei gründeten. Pacifico, kann man trinken. Insgesamt ist es schon etwas touristisch aber durchaus noch im Rahmen. Es brüllen dir keine Verkäufer aus den Läden hinterher und du wirst fast immer in Ruhe gelassen wenn du irgendwo durch den Sand schlenderst oder in die Sonne blinzelnd nen Eiskaffee genießt.

Eigentlich sind für uns Reisende nur die Vorteile des Tourismus zu erkennen. Die Flaniermeilen sind in gutem Zustand, es gibt eine Vielzahl von Bars und Restaurants und eine hohe Auswahl an Unterkünften.

An der Promenade werden auch Hunde im Kinderwagen chauffiert

An der Promenade werden auch Hunde im Kinderwagen chauffiert

Abendstimmung

Abendstimmung

Strand von Mazatlan

Strand von Mazatlan

fast unten

fast unten

 

 

// Es kommt immer anders

 

Da wir uns erstmal wieder orientieren mussten was denn jetzt auf dem Mexikanischen Festland so abgeht und eine ungefähre Route abstecken wollten, haben wir uns ein paar Tage ein Hotel gebucht um das alles unter Dach und Fach zu bringen. Blöd nur wenn draußen vor der Tür das Meer plätschert und die Sonne einen unverhohlen anflirtet. Länger als 10 Minuten bei der Sache bleiben ist da nicht so einfach.

netter Blick vom Balkon

netter Blick vom Balkon

So schauten wir öfters mal wo es das beste Essen gibt und wo man in der non-stop Happy Hour das meiste Bier für sein Geld bekommt. Eine der interessanten Personen die wir kennen lernten war Heinz. Heinz ist Rentner und im Osten Deutschlands geboren. Nachdem er aus der DDR geflüchtet ist hat er sich nach Kanada verdrückt und ein neues Leben aufgebaut. Seine Geschichten waren interessant und glaubwürdig. An seiner Authentizität zweifeln wir kein Stück.

Es ist schon wahnsinnig was manche Menschen für ein Leben führen und immer wieder auf die Beine kommen, egal was für einen perfiden Seitenhieb das Schicksal als nächstes für sie bereit hält.

Nach vielen Jahren in Kanada macht er sich nun auf seine Rente in Mexico zu genießen. 

Hat schon was erlebt

Hat schon was erlebt

Gerade war er dabei sein kleines Häuschen das er sich hier in Mazatlan gekauft hat, einzurichten und läßt sich nun die Sonne auf den Wanst scheinen. Warum auch nicht. Wir wünschen Heinz ne tolle Zeit in Mexico.

 

// Zweiter Sieger

Die Stadt besteht aber aus mehr als nur Promenade und Beach. Klar, der Großteil der Stadt ist nicht gerade eine Augenweide. Normal, ist ja überall so. Aber es gibt ein paar nette Ecken in der historischen Altstadt.

Besonders toll ist auch ein Spaziergang zum nahe gelegenen Leuchturm El Faro. Der ist deswegen so aufregend weil er mit 152 Meter über Meeresspiegel der zweithöchste Leuchtturm der Welt ist. Besonders schick ist er allerdings nicht.

El Paso

Der Berg auf dem El Faro steht.. ja der kleine Stumpen da oben.

So enttäuschend der Leuchtturm, so schön die Aussicht von oben auf die Stadt. Der Weg nach oben ist übrigens offensichtlich stark beliebt bei den hiesigen Fitnessfreaks. Während wir in Flipflops gemütlich hoch spazierten sind immer wieder Jogger, oft sogar mit Gewichten beschwert, an uns vorbei gehechelt. Gesund sah das aber nicht aus, vor allem weil die Luft durch die nahe gelegene Kläranlage auch nicht gerade für tiefe Lungenzüge optimal war.

6-mazatlan-sunset-1200 7-mazatlan-overview-1200

 

// Big City Life?

Sensationelle Sehenswürdigkeiten gibt es nicht. Brauchts auch nicht. Der Charme der Stadt besteht darin es etwas ruhiger angehen zu lassen. Nachdem wir aus dem Hotel ausgecheckt sind, blieben wir noch für zwei weitere Tage in der Stadt, orientierten uns etwas um und staunten darüber wie sehr sich das Bild von einer zur anderen Stadtecke verändern kann. Während wir an unserer “Ecke” dachten dass es eigentlich ein etwas größeres Dorf sei, bemerkten wir dann, dass hier alles vorhanden ist. Nachtclubs, Spielhallen und alles was man sonst so von ner fetten City erwartet. Trotzdem war die ganze Sache irgendwie unaufdringlich und kein Stück hektisch. Schon fast gemütlich. Sogar der Kultclub Bora Bora macht keine dicken Wellen. Das hat uns ganz gut gefallen und die Zeit in Mazatlan behalten wir in guter Erinnerung.

 

 

// Eine Lektion in Geduld

Tatsächlich haben wir nun schon fast 10.000 Kilometer herunter gerissen und damit wurde es Zeit für einen Ölwechsel. Den hat sich Kalle verdient nachdem er ohne Macken (abgesehen von dem Kupplungsproblem in SF) bisher unsere Erwartungen mehr als erfüllt hat. Leider erfüllen nicht alle unsere Ansprüche in so hohem Maße, aber der Reihe nach.

Um kein Risiko einzugehen besuchten wir eine VW Fachwerkstatt. Ein großes Gebäude im typischen VW blau mit fettem Logo, Glasfront und haufenweise Neuwagen vor der Tür. Ich schreib das so übertrieben damit ihr versteht, dass wir nicht zu einem der zahlreichen “Taller Mecanico” gegangen sind die es an jeder Ecke gibt, sondern zu einem professionellen Autohaus. Das war zumindest was wir dachten.

Wir ließen uns einen Termin für den nächsten Tag auf 9:30 Uhr geben, erklärten dass ein Ölwechsel samt neuem Ölfilter ansteht und dachten uns nichts weiter.

 

Am nächsten Tag kamen wir sogar zufällig mit deutscher Pünktlichkeit an und wurden auch direkt von zwei Mitarbeitern empfangen. Neugierig musterten sie das Auto und wollten eine Voruntersuchung machen.

werkstatt

Service dachte ich und erklärte wo der Ersatzreifen ist und solche Sachen. Nach ein paar Minuten wurden wir aber doch etwas skeptisch, es stellte sich immer mehr raus, dass die beiden absolut keinen Plan hatten und überall ihre Kriffel haben mussten. Wir brachen diese Geschichte also ab und machten eine Ansage dass wir nur einen simplen Ölwechsel wollen und that’s it!

OK, haben sie verstanden und ab gings für Kalle in die Werkstatt und auf die Hebebühne. Wir erledigten den Papierkram und nahmen im Wartebereich Platz.

Es gibt Momente und Orte da vergeht die Zeit wie im Flug. Die Wartecouch im Autohaus gehört definitiv nicht dazu.

Als wir nach ca. 2 Stunden noch immer kein Feedback hatten, fragten wir nach was Phase ist und ob es Schwierigkeiten gibt. Tatsächlich gab es Bad News. Der Ölfilter ist nicht da. Ob wir einen dabei hätten. OB WIR EINEN DABEI HABEN? Das haben die uns echt gefragt.

Ich mein es ist ja nicht so, dass wir uns nicht angemeldet hätten und es ist ja auch nicht so als ob wir zu einem Hinterhofschrauber gegangen wären. Das ist ne Fachwerkstatt. Aber gut, wir sind in Mexico. Das ist sicher normal, beruhigten wir uns und verneinten. OK, kein Problem, sie gehen einen organisieren – nach der Mittagspause. Wenn wir was Essen wollen, um die Ecke ist ein Restaurant.

Also gut, was will man machen. Es ist erstmal Mittag und wir gingen auch was Essen. Zwei Stunden später kamen wir wieder und erkundigten uns nach dem Ölfilter. Uns wurde versichert der kommt gleich und weil wir uns jetzt doch etwas Sorgen machten fragten wir gleich mal nach dem verwendeten Öl. Sie hielten uns ein Öl vor die Nase auf dem dick und fett stand “por motor de gasolina”. Mein Spanisch ist noch immer unterirdisch aber das konnte ich übersetzten. Ich wies ihn darauf hin, dass Kalle Diesel schluckt aber das lies ihn kalt. “Das verwenden wir immer”. No Way, ich pausierte die Aktion erstmal und recherchierte im Internet nach verträglichem Öl. VW hat, wie alle Automobilhersteller, eigenen Identifikationsnummern für kompatibles Öl und diese glich ich mit dem verfügbaren Öl vor Ort ab, bis ich ein passendes fand.

Im Klartext, ich suchte im Autohaus das Öl aus das die Profis uns in Kalle schütten sollen, weil die kein Plan haben. Eigentlich unvorstellbar.

Irgendwann wurden wir und Kalle erlöst und das Procedere war abgeschlossen. Die Rechnung war aber gesalzen. Unter anderem wurden 7 Liter Öl berechnet. Es passen aber nur 5 Liter hinein weshalb wir das nicht akzeptierten. Zudem wiesen wir darauf hin, dass diese gesamte Aktion einfach nur peinlich war und so konnten wir uns, wie so oft in Mexico, auf einen anderen Preis einigen.

Trotzdem, für eine Aktion die normalerweise vielleicht eine Stunde dauert, haben wir einen Tag (von 09:30 bis 17:00) gebraucht, bis Kalle wieder unter unserem Kommando gerollt ist. Autowerkstatt des Grauens.

// Immer der Sonne entgegen

Nachdem wir in Mazatlan nun einen groben Ablauf für unsere Ziele in Mexiko vorbereitet hatten, freuten wir uns nun auf die Zeit die vor uns liegt. Eins ist bereits klar. Mexiko ist suuuuper abwechslungsreich. Das wird auf jeden Fall spannend – Los geht’s!

Eine Wortmeldung bisher

Trackbacks & Pingbacks

  1. Extremer Kontrast | San Blas und Puerto Vallarta | PANAMERICANA {deluxe} August 12, 2014 (6:30 pm)

    […] Mazatlan konnte man an der Promenade spazieren ohne angequatscht zu werden. In Puerto Vallarta ist das […]

Meinungen, Kommentare, einfach mal grüßen? Nur zu..

*

*

*Benötigte Felder Yo, bitte die notwendigen Felder ausfüllen

Neuigkeiten per Mail

Du möchtest exklusive Infos für Selbstfahrer und wir sollen dir Bescheid geben wenn was richtig krasses passiert?

werbung

Bis hier gefahren

9909 km

Aktueller Standort