Extremer Kontrast | San Blas und Puerto Vallarta

Extremer Kontrast | San Blas und Puerto Vallarta

Puerto Vallarta ist ne große Nummer in Mexico und wird von unzähligen Touristen, neben Cancun und Acapulco, zwecks Strandurlaub angesteuert. Wir erwarteten also nicht gerade eine beschauliche, ruhige Zeit sondern stellten uns auf einen ordentlichen Abriss ein.

Vorneweg: Unsere Erwartungen wurden übertroffen!

Doch bevor wir uns ins Puerto Vallarta Getümmel stürzten, lag zum Glück erstmal das kleine Fischerdorf San Blas auf unserer Route und lockte mit gediegener Strandidylle.

// Leckerei am Straßenrand

Das kleine Örtchen San Blas hat wohl etwas um die 8.000 Einwohner und ist damit nicht gerade eine Weltstadt. Aber wie es sich für eine Ortschaft an der Pazifikküste gehört, ist der Strand dafür Weltklasse.

Das Dorf selbst machte auf uns einen netten und typisch mexikanischen Eindruck. Etwas heruntergekommen vielleicht aber freundlich dreinblickende Menschen die sich am Abend am Kirchplatz treffen um gemeinsam den Tag ausklingen zu lassen. 12-street-bike-1200

Wir blieben aber nicht zu lange im Zentrum, denn uns stieg schon beim Einfahren in die Ortschaft der verlockende Duft von gegrilltem Fisch in die Nase.

In Mexiko gibt es überall direkt am Straßenrand kleine Fressbuden die unterschiedlichste Speisen anbieten. Das müssen nicht immer Tacos sein. Wir kaufen zum Beispiel unser Obst immer direkt am Straßenrand und das ist nicht nur hervorragend und super lecker, sondern zudem auch noch unverschämt günstig. Es wird aber wirklich alles verkauft, Käsekuchen, Knabberzeugs, frittiertes, gebratenes.. Ist man an der Küste liegt es natürlich nahe, dass Fisch den Weg auf den Teller findet.

An der Hauptstraße von San Blas finden sich auch haufenweise diese “Restaurants” wieder.

Den Begriff Restaurant darf man hier nicht zu europäisch sehen. Eigentlich haben diese Gastronomen auch nur einen besseren Verschlag am Straßenrand aufgebaut, dort aber zusätzlich eben ein paar Tische und Stühle aufgestellt. Meist unter offenem Himmel oder instabil aussehendem Palmenblätterdach. Zudem kann man sich sicher sein, dass im Hintergrund ein uralter Röhren-TV mit Drähten an der Wand befestigt ist, aus dem eine Telenova flimmert.

Als Küche dient lediglich ein Grill (BBQ) der direkt zur Straße aufgebaut ist. So sieht der Kunde direkt was hier angeboten wird und kann sich seinen Happen aussuchen. Aus Plastikschüsseln schöpfend wird noch mit Salsa garniert, ein paar Tortillas in die Mikrowelle (oder wenn man Glück hat auf den Grill) geschmissen und dann gibts dazu Reis und Bohnenbrei (Frijoles Refritos). Den fangfrischen Fisch vom Grill beträufelt man mit frischen Limetten.

Und ich sag euch.. Das schmeckt geil!

// Auch Helden müssen Schlafen

Dermaßen gestärkt machten wir uns dann auf einen Schlafplatz zu suchen. Wenn wir einen Schlafplatz in Küstengegend suchen heißt das für uns immer – auf zum Strand. Ist ja klar, wohin sonst.

Am Strand angekommen bemerkten wir, dass ein Fahrzeug sich im Sand festgefahren hat. Obwohl einige Leute in Sichtweite waren, kam dem mexikanischen Pärchen noch keiner zur Hilfe. Ein Perfekter Moment um den Helden zu markieren!

Also schnell angehalten und erstmal meine Hilfe angeboten.

Spätestens nachdem wir uns in La Paz selbst einmal festgefahren hatten, wußten wir wie Kacke die Situation ist. Damals hatte uns eine Truppe gut angeheiterter Jugendliche geholfen, heute dürfen wir uns revanchieren.

Nachdem ich seine Fußmatten unter die Hinterreifen geklemmt und etwas Sand weggebuddelt hatte, kam auch noch ein anderer Mexikaner zur Hilfe und gemeinsam bekamen wir das Fahrzeug frei. Die beiden bedankten sich fein und mit geschwollener Brust lief ich breitbeinig zu Kalle und Annette zurück und lies mich loben.

 

Der Strand ist sehr schön und ruhig gelegen. Optimale Bedingungen um Sandgemälde zu kreieren, den Strand entlang zu joggen und natürlich im Meer rumalbern.

Wir spielten wieder mal etwas Kubb und Frisbee, sprangen von den Dünen und faulenzten einfach etwas rum. Nachts hatten wir sogar zwei Streuner als Wachen. Zu Beginn stürmten sie auch uns bellend an aber als sie bemerkten, dass wir jetzt hierhin gehören und außerdem eine Leckerlistation sind, war klar, dass sich keiner unbemerkt an Kalle anschleichen konnte.

Sonnenuntergänge am Strand. Wir bekommen davon nicht genug

Sonnenuntergänge am Strand. Wir bekommen davon nicht genug

Schlafplatz

Unser Schlafplatz

Wir konnten es dort gut aushalten aber der Strand nahm uns nicht so gefangen wie schon andere zuvor und so war es eine schnelle Entscheidung, dass wir am nächsten Tag weiter zogen.

// volle Pulle Puerto Vallarta

Wie schon angekündigt überrollte uns Puerto Vallarta sofort. Wie immer fuhren wir direkt rein, denn deswegen sind wir da. Vorbei an Hochhäusern, Einkaufzentren und Jubel und Trubel straight in die Menschentraube.

Wohin genau wussten wir natürlich zu erst nicht aber es war klar, wenn wir in die City wollen wird im Kalle schlafen nicht so chillig wie wirs gerne hätten. Zu viel ist hier los. Klar hätten wir einfach etwas außerhalb fahren können und bestimmt ein schnuckliges Plätzchen gefunden aber das ist nicht Sinn der Übung.

Wir beschlossen uns erneut eine Unterkunft zu mieten und reservierten uns online eine Butze. Dank Surfstick und Laptop sind wir ja überall online und es gibt in dieser Hinsicht keine Probleme. Menschliches Versagen hingegen kann man nicht ausschließen.

Damit ich weiß, wie es bei Euch zu Hause in Deutschland grad aussieht, habe ich die Uhrzeit am Laptop noch immer auf MEZ eingestellt. Da wir in Puerto Vallarta 7 Stunden hinterher sind und es in Deutschland schon der nächste Tag war, habe ich leider das falsche Datum bei der Online Reservierung eingetragen. Den Fehler bemerkten wir erst beim einchecken eine Stunde später an der Hotel Rezeption. Zum Glück war noch ein anderes Zimmer frei und wir konnten trotzdem sofort rein.

In Mazatlan konnte man an der Promenade spazieren ohne angequatscht zu werden. In Puerto Vallarta ist das unmöglich. Jeder will dein Bestes, also deine Kohle. Die Leute sind grundsätzlich nicht unfreundlich und irgendwie können wir es auch verstehen aber sie sind einfach maximal aufdringlich.

Jeder will dir ne Tour verkaufen, jedes Taxi hupt und fragt ob du mitfahren möchtest und irgendwie gibt es keinen der nicht irgend ne Kette, nen Saft oder irgendwas Gehäkeltes an den Mann bringen möchte.

Das krasseste aber ist, und das ist wirklich 1:1 so passiert, du sitzt draußen im Restaurant und isst was und während du kauend vor deinem gefüllten Teller sitzt, wirst du angesprochen ob du nicht was zu Essen von dem Typ abkaufen möchtest.

Diese Szene ist einfach so typisch für den Verkaufswahn in allen mexikanischen Touristengebieten.

Manche versuchen mit Artistik oder Show an Geld zu kommen. Meist gar nicht schlecht. Aus Europa kennen wir viele die mit lauwarmen Nummern auf den ein oder anderen Euro hoffen. Wenn hier einer ne Show macht dann ist die bisher eigentlich immer Grundsolide gewesen. Also Leute die echt was drauf haben.

Eine von den Nummern die mich persönlich kirre machen, sind diese Leute die so ein ruhiges Händchen haben, dass sie Steine stapeln können. Also nicht die Steinmännchen sondern so richtig fies auf der Kante. Ich habs probiert.. mir fehlt die Geduld.

es macht mich fast wahnsinnig

es macht mich fast wahnsinnig

Von dem ganzen angequatsche abgesehen ist die Promenade ganz nett. Viel Kunst und haufenweise gute Bars um nen Drink zu nehmen und Leute gucken.

 

Die Gegend ist insgesamt gut in Schuss und man sieht, dass hier einiges an Geld liegen gelassen wurde. Das spiegelt sich allerdings auch im Preisniveau. Günstig Essen und Trinken ist schwer. Die “angesagten” Lokale greifen ordentlich in die Tasche.

Wir gönnten uns trotzdem was, denn wer weiß, wann man mal wieder kommt.

Unter anderem gingen wir auch in ein Deutsches Restaurant das Annette entdeckt hat. Die Hacienda Alemana mit einer ganz hervorragenden Küche.

Mit der Tochter des Betreibers kamen wir ins Gespräch, doch der Chef selbst war aufgrund einer Knie OP nicht anwesend. Glücklicherweise konnten wir nachträglich, hier auf der Seite, den Kontakt mit Mike (dem Besitzer) herstellen und falls wir mal wieder nach Puerto kommen, haben wir eine tolle Anlaufstelle.

Was uns irritierte war, dass in sehr guter Lage direkt am Strand, einige beschädigte Hotelanlagen einfach sich selbst überlassen werden. Es scheint, diese wurden teilweise besetzt aber zwischen all den Luxushotels wirken diese verlassenen Bauten doch etwas befremdlich.

 

So richtig geil war der Strand dort irgendwie nicht doch wir fanden ein ruhigeres Plätzchen und chillten am Strand. Wenn auch nicht ganz so gemütlich und idyllisch wie an unseren Top Spots aber man muss sich eben arrangieren. 23-mh-fuß-strand-1200

Auch am Hafen erkennt man, dass hier eher der betuchte Gast vorbei schaut. Viele der Boote sehen aus als ob man für das Geld locker ein Mehrfamilienhaus bauen könnte.26-yacht-1200

// Hidden Beach, ein Bomben Platz

Es gab genau zwei Spots die ich vor der Reise in Mexico auf dem Radar hatte. Einer davon war die sogenannte Hidden Beach, die Islas Marietas (Marieta Islands). Die Insel ist sehr speziell, denn sie war bis 1960 noch Militärisches Sperrgebiet. Aufgrund der Abgeschiedenheit und der Tatsache, dass dort keine Menschen leben, wurden kontinuierlich Bomben auf diese schöne Insel abgeworfen und allerlei Schabernack getrieben den man nicht gut heißen kann. Irgendwann hat allerdings der weltberühmte Jacques Cousteau gesagt, dass das so nicht geht und die Mexikaner haben die Insel zum Naturschutzgebiet erklärt. Es ist zu gleichen Teilen schlecht wie gut, dass die Insel durch die Bombenabwürfe massiv beschädigt wurde. Der Vorteil ist, es entstand dadurch interessante Höhlen und Löcher und eben dieser versteckte Strand der nur schwimmend bzw. tauchend erreicht werden kann.

Die Insel selbst darf niemand betreten aber einigen Organisationen ist es erlaubt Touren zu der Hidden Beach zu organisieren. Leider sind diese Touren nicht gerade ein Geheimtipp und unser Boot transportierte geschätzte 150 Leute. Ursprünglich hatten wir uns das etwas intimer erhofft.

Das schnorcheln um die Islas Marietas war aber schon sehr geil. Eine Vielzahl von Fischen hat in diesem geschützten Aerial eine Heimat gefunden und kann von uns Schnorchlern bestaunt werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit mit dem Kajak etwas um die Insel zu paddeln, so dass die Tour insgesamt zu empfehlen ist.

Nur, wer sich erhofft die Hidden Beach für sich allein zu haben der sollte besser eine andere Tour buchen. DCIM100GOPRO DCIM100GOPRO

// Fazit zu Puerto Vallarta

Ich hatte mir in Puerto Vallarta den Magen verdorben und lag einige Tage flach. Annette ist zwei, drei Tage allein losgeschwirrt und hat sich umgeschaut doch wir sind uns einig.

Die Stadt ist sehr touristisch und sehr amerikanisiert, das muss nicht gesondert erwähnt werden. Völlig ohne Wertung stellten wir fest, dass Vallarta wohl ein bisschen das San Francisco von Mexico ist, wenn man sich einmal die Freiheit der Liebe anschaut. Es scheint Homosexuelle werden hier besonders angezogen und unterhalten.

Die Preise sind teuer, doch die Lebensqualität hoch. Es gibt alles und noch mehr. Die Stadt lässt Konsumtechnisch keine Wünsche offen und hat auch Geographisch einiges zu bieten. Das Umfeld ist sehr abwechslungsreich und vielfältig.

Klingt eigentlich alles ganz gut, trotzdem hat uns Puerto Vallarta nicht so beeindruckt. Es liegt vermutlich einfach daran dass wir aktuell eher auf Abenteuer aus sind und wir kamen uns in Vallarta eher vor wie zu Hause nur in Heiß und mit Meer.

Demnächst wirds wieder Mexikanischer und darauf freuen wir uns!

3 Kommentar bisher

  1. Sven Korell via Facebook Autor August 13, 2014 (5:46 pm)

    Hidden Beach sieht schon echt cool aus. Kam mal im TV was die meinten dort auch sehr überlaufen.

    Antwort an Sven Korell via Facebook
  2. Alexa Autor September 25, 2014 (5:13 pm)

    Hallo ihr beiden, thomas und ich sind nun im verregneten cay caulker gestrandet und freuen uns mit eurem blog etwas Lesestoff zu haben. :-) ist ja witzig in dem deutschen restaurant in puerto vallarta hatte ich vor 7 jahren mal ein schnitzel. Pura vida! Lg Alexa und thomas

    Antwort an Alexa
    • mh Autor September 26, 2014 (1:51 am)

      Hey Alexa!

      Weißte was das allerschärfste ist? Annette hat euch noch auf Caye Caulker in der Ferne radeln sehen aber ihr wart zu schnell für uns :)

      Ja, das Wetter war leider nicht so prickelnd aber wir hatten Glück und einen guten Tag erwischt. Unsere Schnorchel Tour war schlicht und einfach der Oberhammer. Ich würde sagen das war das beste schnorcheln was wir jemals gemacht hatten. Unglaubliche Artenvielfalt und richtig geile Riffs. Schildkröten, Haie, unglaublich viele unterschiedliche Fische, Seepferdchen und als Bonbon die Manatees. Ich hoffe ihr konntet das auch mit nehmen.

      Wir sind heute auch weiter gezogen und machen uns auf den Weg nach Guatamala. Wer weiß.. vielleicht trifft man sich nochmal :)

      Viele Grüße auch an Thomas!

      Antwort an mh

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