Auftrag Mission – Loreto und San Javier

Auftrag Mission – Loreto und San Javier

Es gibt einige schöne Ortschaften auf der Baja California auf die man ein oder zwei Augen werfen sollte, wenn ihr die bisherigen Reiseberichte unserers Roadtrips mitverfolgt habt werdet ihr uns sicher zustimmen, doch Loreto hat einen einmaligen Charme. In fast allen Mexikanischen Städten ziert eine historische Mission das Stadtzentrum. Nicht anders in Loreto, nur kann man sich dort sogar mit der zweitältesten Mission der Baja California brüsten was allerdings nicht der Grund ist warum der Flair dieser Stadt einzigartig ist.

// Städtchen mit Charme

Das gesamte Stadtzentrum ist äußerst liebevoll gestaltet und gut in Schuss. Kleine Gassen winden sich an Historische Gebäuden mit kunstvoll verzierten Hauswänden, Handwerker und Künstler aller Sparten bieten ihre Waren feil und in den authentischen Cafes und Bars kann man sich erfrischen und das ewige Spiel von Sonne und Schatten beobachten, während in den Gassen das gemächliche Treiben die entsprechende Hintergrundakustik liefert. Garniert wird dieses Ambiente durch die Bäume, die perfekt getrimmt die kleinen Gassen säumen.

 

Meine billige Halskette die ich vor Jahren mal für ein paar Baht gekauft hatte und an der ich irgendwie hänge habe ich wegen üblen verknoten meinerseits, kurzerhand außereinanderfrimmeln und neu binden lassen. Zwei Frauen haben sich über das ausgeklügelte System die Köpfe zerbrochen und letztendlich meisterlich triumphiert. Angeheizt von diesem Erfolg haben sie Annette auch noch schnell die Haare neu gebunden. Wenn schon, denn schon.

mit vereinten Kräften

mit vereinten Kräften

 

Wie so viele Städte an der Baja ist auch Loreto eine Küstenstadt mit einem idyllischen Hafen und einer langen Marina die man erkunden möchte. Problemlos kann man sich die Zeit bei einem Snack des fahrenden Händlers vertreiben, während man auf einer Parkbank den Möwen beim Fischen zusieht.

 

// Was juckts mich

Geschlafen haben wir in einer Seitenstraße direkt vor der Mission doch dieses Mal hatte ich keine ruhige Nacht. Zum ersten Mal auf unserer Reise hatte ich die Befürchtung, ich wäre möglicherweise ernsthaft erkrankt.

Ich hatte den perversesten Ausschlag meines Lebens. Mein ganzer Körper war mit kleinen, fiesen Pusteln übersät und ein höllischer Juckreiz an jeder Pore meines Körpers suchte mich Heim. Ich sehnte mir ein riesiges Reibeisen oder eine Metallbürste herbei mit dem ich mir gnadenlos das Fleisch vom Knochen scharren konnte doch Kratzen wurde mir von oberster Stelle strengstens verboten. Ich dachte schon ich hätte mir Flöhe von einem Streuner zugezogen doch Dr. Internet diagnostizierte dass Flohbisse anders aussehen.

Was zum gekreuzigten Henker hatte ich dann? Ich habe noch immer keinen feuchten Dunst was mich da quälte aber die liebevolle Pflege von Annette linderte meine Beschwerden erheblich. Stundenlang machte sie mir feuchte Wickel und kühlte mich mit Aloe Vera. Erfolgreich! Am nächsten Tag waren die Pusteln deutlich zurückgegangen und am darauffolgenden Abend glücklicherweise komplett verschwunden.

 

// Glauben und Glauben lassen

Was kann man touristisch noch besser ausschlachten als die zweitälteste Mission der Baja California zu haben? Natürlich die älteste Mission! Glücklicherweise liegt diese nur wenige Ortschaften entfernt. Die älteste Mission der Baja steht nämlich in San Javier und natürlich machten wir uns auf, diese zu inspizieren.

Wir sind beide nicht religiös sondern rechtfertigen unser Handeln nach Ethischen Grundsätzen.

Wir haben aber natürlich nichts gegen ein gesundes Maß an Glauben. Jeder wie er gerne möchte. Verwundert sind wir allerdings immer wieder über die Gottesehrfurcht der Mexikaner. Es wird sich bekreuzigt wenn man vor einer Mission/Kirche vorbei läuft und das Kruzifix ist oft in irgendeiner Form an Körper zu finden. Wir hatten in Gesprächen schon irgendwie peinliche Momente als wir auf bestimmte, uns völlig unbekannte, Stellen in der Bibel hingewiesen wurden oder wenn freudig erwähnt wurde dass man selbst auch Christ sei. Das wir beide streng genommen Atheisten sind, verschweigen wir dann immer weil wir befürchten, es wäre zu kompliziert zu vermitteln und könnte zu Missverständnissen führen.

Wenn man sich die Geschichte des Landes anschaut und sich vor Augen hält, dass die Spanier hier eingefallen sind und mit ziemlich brachialer Gewalt den christlichen Glauben verbreitet und die Missionen gebaut haben, fällt es mir schwer zu akzeptieren das man, als Bekehrter, mit solcher Inbrunst am Katholismus festhält.

nicht die dritte Mission des Landes

nicht die dritte Mission des Landes

 

// Numero Uno

Aber gut, zurück zur ersten Mission. Der Weg dorthin war nämlich gar nicht mal so einfach zu finden wie man annehmen könnte. San Javier liegt etwas versteckt und ein wirklich rauer und kurviger Weg, den ich mich weigere Straße zu nennen, führt viele Kilometer einen steilen Berg hinauf. Nachdem wir schließlich erste Anzeichen von Zivilisation finden konnten und einige einsame Häuser passierten, waren wir uns sicher – wir haben uns verfahren.

Kalle fährt..

Kalle fährt..

 

Da nicht immer alles nach Plan läuft und wir schon ziemlich weit gefahren waren nahmen wir das einfach so hin und wollten sehen wo uns der Weg hintreibt.

Tatsächlich kam eine halbe Stunde später ein Straßenschild und wir staunten nicht schlecht, denn es wies den Weg nach San Javier. Wir waren richtig!

Ein langer, aufwändig mit Kopfsteinpflaster dekorierter Weg führt schnurrgerade auf die Mission zu. Links und Rechts ein paar Pflanzen und wenige Häuser. Die Ortschaft ist sehr klein. Wir hatten erwartet, dass es hier touristisch zugeht aber zu unserer Freude – Fehlanzeige. Außer uns war nur noch eine Mexikanische Familie anwesend, die sich die alten Mauern ansah. Als ich mit dem Familienoberhaupt ins Gespräch kam stellte sich heraus, dass diese aus Tijuana zu Besuch sind und, genau wie wir auch, befürchteten sich verfahren zu haben. Wir plauderten ein wenig und gaben gerne Einblick und Auskunft über Kalle und unsere Reise.

Während die Familie sich wieder auf den Weg nach Loreto machte, da es hier oben keine Schlafmöglichkeit gibt, haben wir uns mit Kalle vor der geschichtsträchtigen Mission häuslich eingerichtet und den Abend ausklingen lassen.

 

// Auf nach La Paz

Am nächsten Morgen machten auch wir uns nach einem leckeren Frühstück, wieder auf in Richtung Zivilisation und freuten uns auf unser nächstes Ziel, La Paz.

Generell und nach dieser Tour insbesondere, hatte Kalle wieder einmal eine Wäsche dringend nötig. Diesmal legten wir nicht selbst Hand an sondern ließen die Profis ran.

 

Auf der weiteren Fahrt dorthin sahen wir etwas das ich so gerne fotografiert hätte aber leider nicht rechtzeitig schaffte. Eine Windhose fegte über die Straße und wirbelte Dreck und Staub auf, so dass ein richtig fetter kleiner Tornado entstand, der sich seinen Weg bahnte und äußerst beeindruckend durch die Gegend sauste.

Auch sonst gab es auf der Strecke einiges zu gucken so dass die Fahrt äußerst kurzweilig war. An Temperaturen jenseits der 40°C hatten wir uns mittlerweile gewöhnt, doch wir sehnten das echte richtige Beachlife des Südens heran. Bisher hatten wir nur vereinzelt die Möglichkeit zu baden was sich nun endlich ändern sollte.

2 Kommentar bisher

  1. Heiko Neukirchen Autor Juli 6, 2014 (3:14 am)

    Hey…hab euch auf FB ne Mail geschickt :)
    Wann kommt der nächste Reisebericht ? BIN EXTREM ANGEFIXT ;)

    News aus “zu Hause Land” ?
    -Jahrtausendsturm legt ganze Bundesländer lahm.
    -Deutschland ist im Halbfinale
    -Wetter gut aber schlechter als bei euch ….hahaha

    Lieben Gruß aus NRW :)

    Antwort an Heiko Neukirchen
    • mh Autor Juli 10, 2014 (7:43 pm)

      Und jetzt sogar im Finale! Wer weiß.. beim nächsten Post sogar Weltmeister *hoff* :)

      Danke für dein Feedback, Heiko. FB habe ich mittlerweile auch schon beantwortet.

      Antwort an mh

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